Weinbaugebiet Dealurile Buzaului / Buzăului

Im Hügelland von Buzau / Buzău, gut 100 Kilometer nordöstlich von Bukarest und an der Grenze zur Moldau gelegen, spielte der Weinbau bereits im 14. Bis 16. Jahrhundert eine bedeutende Rolle in der (Land-) Wirtschaft der Region – neben dem Anbau von Getreide, Obstbaumkulturen, der Aufzucht von Groß- und Kleinvieh, der Bienenzucht, dem Fischfang etc. Die Stadt Buzau / Buzău, heute Bezirkshauptstadt des gleichnamigen Bezirks, war nach einem Dokument des 14. Jahrhunderts als Marktplatz für den Tausch agrarischer (darunter Wein) und handwerklicher Güter ein bekanntes Zentrum. Als Markt erhielt es 1431 das Handelsprivileg. Ende des 15. Jahrhunderts macht ein walachischer Fürst dem Kloster Snagov eine Schenkung, die das Eintreiben einer Weinsteuer beinhaltet. Auch das ein Beweis für eine prosperierende Weinkultur, wenn man den Zehnten in Form der Neutralsteuer Wein zu erheben vermag. Dokumente aus dem 15. Bis 18. Jahrhundert bezeugen immer wieder Schenkungen an Klöster und an das Erzbistum Buzău sowie Käufe und Verkäufe von Wein und Weingärten.

 

Das Weinbaugebiet liegt zwischen den Tälern des Cotatcu / Coțatcu und des Buzau / Buzău und stellt die Verbindung zwischen den Weinbaugebieten der Vrancea (Panciu, Odobesti / Odobeşti, Cotesti / Coteşti) im Norden und Dealu Mare im Westen dar. Die einzelnen Weinkulturen liegen zersplittert und weit voneinander entfernt, es handelt sich zudem um kleine und mittlere Einheiten. Drei Weinbauzentren kennt das Anbaugebiet: Greabanu-Ramnicu-Sarat / Greabănu-Râmnicu-Sărat, Zarnesti / Zărnesti und Cernatesti / Cernăteşti. Das Bodenrelief besteht aus zwei geomorphologischen Untereinheiten. Einmal aus der Dealurile Buzaaului / Buzăului (300 bis 500 Meter hoch) am äußeren Rand der Südkarpaten und anderseits der piemontanen Ebene Buzau-Ramnic / Buzău-Râmnic, die sachte von 200 bis 250 Meter auf 100 bis 150 Meter abfällt. Weinbau alterniert hier mit anderen Kulturen, jedoch sind die Hänge der Hügel privilegierte Bereiche für die Rebkulturen.

 

Das Klima ist gamäßigt kontinental; in der Ebene hingegen gibt es Extreme im Sommer wie im Winter, so dass die Anlagen im Winter geschützt werden müssen. Die durchschnittliche Jahrestemperatur liegt bei 10°, in der Hügellandschaft der Subkarpaten ist sie niedriger als in der Ebene. Die Jahresniederschläge belaufen sich auf 600 bis 650 Millimeter, die Sonne scheint während 2.200 Stunden hell und klar.

 

Von den Weinen aus dem Hügelland von Buzau / Buzău sind insbesondere die roten hervorzuheben. Sie begründen den guten Ruf dieser Region. Weißweine werden ebenfalls produziert, etwa die beiden Fetească oder Welschriesling.

Cabernet Sauvignon ist in jeder Hinsicht der representativste Wein der Gegend, er zählt ohne Zweifel zu deren besten Rotweinen. Er ist fest mit kraftvoller Textur und vollem Charakter; es ist selten, einen derart großen Wein zu finden. Aus Cernatesti / Cernăteşti und Zaranesti / Zărneşti kommen Cabernets, die alles an Farbe, Aromen und Geschmack bieten, die man sich wünschen kann. Er duftet nach Kräutern mit Noten von Himbeere und Blaubeere. Er ist voll, robust und von ausgesuchtem Geschmack – der Prinz der Rotweine des Anbaugebiets.

 

Feteasca Neagra / Fetească Neagră bestätigt die Eignung der Region für Rotweine; seine Originalität und Besonderheit, die leicht zu erfahren, aber schwer zu beschreiben ist, machen ihn zu einem Wein der besten Kategorie. Harmonisch und ausgeglichen, kann man ihn als eine geglückte Kopie der Feteasca Neagra / Fetească Neagră aus Cotesti / Coteşti oder Valea Calugareasca / Valea Călugărească betrachten. Mit genügend Farbe und reich an Extrakt vermittelt er Aromen und Geschmack der Traube. Gereift entwikelt er eine Palette komplexer Geschmacksnuancen, die der Genießer kaum vergessen wird.

 

Wird der Merlot mit einer adäquaten Technik produziert, so kann er als ein Wein mit einer perfekten Harmonie von Terroir und Rebsorte bezeichner werden. Mit seiner granatroten Farbe, die leicht ins Violette geht, wenn er jung ist, und einer Nuance von ziegelrot nach einigen Jahren der Reife bewahrt der Merlot sein Aroma reifer Trauben und entwickelt nach Jahren der Lagerung in Eichfässern einen subtilen Duft konfierter Früchte wie zum Beispiel von Bitterkirschen. Merlot aus Cernatesti / Cernăteşti und Zaranesti / Zărneşti ist mit seiner verhaltenen Adstringens vollkommen gelungen und authentisch.

 

Pinot Noir bewahrt mit seiner granatroten Farbe, seiner Finesse, seinen Aromen und seinem Geschmack die Eigenschaften der Traube. Reife und Alterung machen ihn noch raffinierter und lassen ihn ein ätherisches Bukett entwickeln, in dem man Nuancen von wilden Früchten entdeckt, ist er fein und verführerisch und verdient sehr gute Beurteilung.

Der junge Burgund Mare ist in der Nase angenehm, delikat und mit Fruchtnoten. Nach zwei bis drei Jahren ist sein Bukett komplexer, dominiert von feinen Vanille-Noten. Ohne aggressiv zu sein, sind seine Tannine ausgewogen und von angenehmer Geschmeidigkeit.

 

Feteasca Alba / Fetească Albă ist genügend reich an Extrakt, mäßig an Alkoholgraden, in der Nase bietet er ein sehr geschliffenes und attraktives Bukett, womit er das Prädikat „eleganter Wein” verdient hat. Obwohl er sich vom organoleptischen Standpunkt her von Weinen der gleichen Rebsorte aus anderen Anbaugebieten durch seine Qualität unterscheidet, hat er nicht weniger Meriten, zumal wenn er in den ersten Jahren nach der Ernte getrunken wird.

 

Feteasca Regala / Fetească Regală wird im Anbaugebiet als integraler Bestandteil der Angebots-Palette von Weißweinen betrachtet. Er verdient dank des gelungenen Gleichgewichts seiner Komponenten als auch durch die Harmonie seiner geruchlichen und geschmacklichen Eigenschaften alle Aufmerksamkeit. Seine gelb-grünliche Farbe wandelt sich im Laufe der Zeit in gold-gelb; in der Nase gibt er sich nach frisch geernteten Äpfeln; am Gaumen vermittelt er einen delikaten, edlen und bezaubernden Eindruck und im Finale Leichtigkeit und Länge.

 

Welschriesling (Riesling Italian) ist ein Wein, der über die Jahre hinweg eine konstante Qualität bietet, der aber, weil wenig oder gar nicht bekannt, nicht genügend gewürdigt wird, wiewohl er deutlich zum guten Ruf des Weinbaugebiets beiträgt. Geschätzt wird er wegen seiner charakteristischen Textur sowie der Gesamtheit seiner Eigenschaften: Seine Fruchtigkeit und Frische, seine Aromen von seltener Finesse und vor allem seine geringe und angenehme Säure verleihen ihm einen Ehrenplatz. Gewöhnlich trocken angeboten, bringt er mit Raffinesse das Verhältnis Anbaugebiet-Rebsorte-Wein zum Ausdruck.