Weinbaugebiet Alba

Von diesem Weinbaugebiet, im Hinterland von Alba Iulia gelegen, ging die Initialzündung zum Qualitätsweinbau im Mittelalter aus, das schließlich weitere Anbaugebiete mit sich zog. Dass hier Weinbau eine lange Geschichte hat, bezeugen römische Funde, bei denen immer wieder Ornamente mit Reben, Trauben und Weinblättern entdeckt wurden. Von einem Fest Mitte des 2. Jahrhunderts wurde eine Tafel gefunden, auf der die Preise von Weinen verzeichnet sind, die zu diesem Anlass getrunken wurden. Zu den Gründen, dass die Ungarn Transsilvanien besetzten, gehörte auch der prosperierende Weinbau. Die von König Geza II. um Mitte des 12 Jahrhunderts ins Land geholten „Sachsen“, die aus Luxemburg, Lothringen und von der Mosel stammten (Teutonen, Saxonen, Flandern und Wallonen) und mit Weinbau sehr wohl vertraut waren, mussten auf ihre Erträge aus dem Weinbau keine Steuern zahlen. Wirtschaftsförderung ist also kein neuzeitliches Phänomen! Wesentlich später, ab der 2. Hälfte des 19. Jahrhunderts, nehmen schriftliche Bezüge auf Weinbau und die Weine der Gegend zu.

 

Als Beispiel seien große ampelgeografische Sammlungen genannt, die 1840 in Mirislau und 1860 in Alba Iulia geschaffen wurden. Insbesondere wurden in der Zeit die Weine aus Alba gelobt und Welschriesling an die Seite von (Rhein-)Riesling aus Rüdesheim und Johannisberg  gestellt. „Alba ist in Transilvanien das Land des Rieslings“, sollte ein rumänischer Weinautor feststellen. Ein Fetească Albă aus Alba wurde 1937 bei einem Festessen für die Mitglieder der Gastronomischen Akademie von Paris anlässlich der Internationalen Ausstellung kredenzt und „als fein, mit einem vollen Bukett und ohnegleichen zu anderen Weinen (gekennzeichnet), die bei dem Wettbewerb vorgestellt wurden.“ Zwei Jahre später wurden die Weine aus Alba auf einer weiteren Internationalen Ausstellung in New York ebenfalls mit Lob überschüttet und trugen erheblich zum Prestige rumänischer Weine bei.

 

Die Weinberge von Alba finden sich verstreut auf Terrassen im Hinterland der Bezirkshauptstadt Alba Iulia angelegt. Das Bodenrelief kennt Hügel und Hänge, die im Westen in Höhen von 500 bis 600 Metern, im Osten in Höhen von 300 bis 400 Metern liegen und durch den Lauf des Mureş voneinander getrennt sind, der hier ein breites Tal von zwei bis vier Kilometern Breite bildet, das häufig überflutet ist. Das Klima ist gemäßigt kontinental mit warmen Sommern und relativ kalten Wintern; jedoch beginnt das Frühjahr dank häufig vorkommender Föhne sehr früh und der generell lange Herbst verlängert die Reifeperiode der Trauben. Im Jahresdurchschnitt erreicht die Temperatur einen Wert zwischen 9,0° und 9,5°, wobei der monatliche Durchschnitt im Januar bei -3° und der des Julis bei 20° liegt. Mit 2.100 Stunden Sonnenschein und Jahresniederschlägen von 550 Millimeter sind die Wachstumsbedingungen für Reben als gut zu bezeichnen. Als Plus kommt die Verteilung der Niederschläge hinzu: Das Maximum an Regen fällt in den Monaten Mai bis Juli, das Minimum zwischen August und Oktober, was eine regelmäßige Reife bzw. Überreife der Trauben gestattet. Die vorherrschenden Winde kommen aus dem Südwesten, dem Nordwesten und dem Westen, während der sehr häufig vorkommende Föhn, vor allem im Frühjahr und im Herbst, von Westen nach Osten weht. Das Anbaugebiet ist jedoch geschützt, was in den hohen Werten von Windstille zum Ausdruck kommt: Während der Hälfte des Jahres und mehr herrscht atmosphärisch Stille.

 

Die beiden Weinbauzentren der Appellation sind Alba Iulia selbst sowie das zehn Kilometer nordwestliche gelegene Ighiu.

 

Obwohl die Anzahl der angebauten Rebsorten relativ gering ist, ist das Angebot an Wein recht breit – von Konsum- zu Premiumweinen, zudem in den Geschmacksrichtungen trocken, halbtrocken, halbsüß (lieblich) und süß. Durch sein Aroma nach Rebblüten macht der Feteasca Alba / Fetească Albă das Renommee des Anbaugebiets aus; dank seiner Originalität und seiner Ausgewogenheit zählt er zu den großen Weinen Rumäniens. Mit lebhafter Säure, schlank und erfrischend; reich an Extrakten und Glycerin, was im Körper, Rundheit und eine gemischte Note verleiht – diese Eigenschaften erhöhen noch die Qualität. Der junge und frische Wein entwickelt sich durch Ausbau im Eichenfass, so dass er sanfter, weicher und abgerundeter wird mit einem köstlichen, langen Nachhall.

 

Feteasca Regala / Fetească Regală ist als junger Wein gelb mit grünen Tönen, nach etwa ein bis zwei Jahren der Reifung changiert er zu strohgelb. Das recht intensive und rebsortentypische Aroma machen ihn noch attraktiver. Fetească Regală gibt die Einzigartigkeit des Anbaugebiets und der Rebsorte selbst perfekt wider, so dass sich der Wein durch seinen exquisiten Geschmack und seine Eleganz empfiehlt. Harmonisch und von guter Konstitution, kann er für sich aber ebenso als Cuvée zusammen mit anderen Weinen ausgebaut werden, denen er dank seiner kräftigen Säure eine Note von Lebhaftigkeit verleiht.

 

Pinot Gris ist ein sehr typischer Vertreter des Anbaugebiets, ein Wein, der zu dessen Prestige beigetragen hat. Mi Aromen, die an Absinth erinnern, sichert er sich eine klar definierte Originalität. Ob trocken, halbtrocken oder halbsüß und zudem noch gealtert, bietet er ein besonderes und bemerkenswertes Bukett mit Noten von Akazienblüten. Am Gaumen ist er perfekt, manchmal mit einer angenehm bitteren Note im Final. Seine organoleptische Merkmale werden von einer ausgewogenen Konstitution untermauert, die der Schlüssel zu seinem Erfolg im In- und Ausland sind.

 

Muscat Ottonel mit dem typisch Muskat-Aroma ist ein bedeutender Repräsentant der Bukett weine, die stets ihren eigentümlichen Duft und Geschmack vermitteln, insbesondere, wenn sie mit Restzucker ausgebaut werden. Voll und harmonisch, mit angenehmem Körper und Geschmeidigkeit besitzt dieser Wein alle typischen Eigenschaften und nicht zuletzt das besondere Etwas des Buketts, der ihn von anderen Weißweinen deutlich unterscheidet. Er ist als solcher leicht zu erkennen und vermag durch seine spezifische Qualität mit Raffinement den Zusammenhang von Wein und Terroir zu vermitteln.

 

Traminer Roz mit seinem vollen Körper und seiner Robustheit stellen diesem Wein im Wettbewerb mit den übrigen Weinen ein durchaus gutes Zeugnis aus. Dank seiner bemerkenswerten Qualität ist er eine gute Wahl aus der Palette der Alba-Weine und hat zu deren Prestige erheblich beigetragen. Er ist bis zur Perfektion mir einer geschmacklichen Ausgewogenheit versehen, die nicht nur die ständige Aufmerksamkeit der Fachwelt, sondern auch der Konsumenten erheischt – einerseits in Rumänien, anderseits im Ausland.

 

Cimbrud, auch Plebanus genannt, ist ein Wein, der oxidativ mit einer besonderen Technik hergestellt wird, indem lokal ausgewählte und produzierte Hefen zur Gärung verwendet werden. Gewöhnlich wird Traubengut von Pinot Gris, Furmint, Grasă und Muscat Ottonel genommen. Im Glas ist der Wein strohgelb bis gold-gelb, sein Duft ähnelt einem frisch gepflückten Apfel. Nach einiger Zeit in der Flasche entwickelt er ein originelles, delikates und leicht würziges Bukett. Am Gaumen entdeckt man leichte Mandelnote, gepaart mit einer rancio-Note, wenn er länger im Fass ausgebaut wurde. Es scheint, dass er von allen im Weinbaugebiet Alba erzeugten Weißweinen am besten gelingt, wenn die Sorte Pinot Gris für diese Art von Wein verwendet wird.

 

Schaumwein aus Alba wird seit 1969 hergestellt. Es ist meistens ein Cuvée aus Pinot Gris und Fetească Regală. Seine Produktionsstätte ist die riesige mittelalterliche Festung in Alba Iulia, die Cetatea „Alba Carolina“.